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Beißen, Kleben, Ausraster - Bindungsstörungen erkennen, verstehen und hilfreich intervenieren

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Alle Informationen im Überblick

Beginn & Uhrzeit:
04.03. und 05.03.2019 von 10.00 - 18.00 Uhr

Ort:
Kennedyallee 89

Teilnahmegebühr:
275,00 €

Inhalt:

Beißen, Kleben, Ausraster - Bindungsstörungen erkennen, verstehen und hilfreich intervenieren.

Bindungsgestörte Kinder  sind  eine  große  Belastung  für  Eltern  und  professionelle  Fachkräfte.Doch was sind Bindungsstörungen, wie kann man sie erkennen und wie ihnen begegnen? Die sozio-emotionale Entwicklung eines Kindes wird stark durch die Lebenserfahrungen eines Kindes beeinflusst.  Eine  zentrale  Rolle  spielen  die  gesammelten  Erfahrungen  des  Kindes  mit  seiner Bindungsperson.  In  den  meisten  Familien  ist  die  wichtigste  Bindungsperson  die  Kindesmutter, jedoch können auch andere Fürsorgepersonen diese Funktion übernehmen (wie z.B.: der Kindsvater, Großvater/-mutter, Pflegepersonen, etc.).
Zu  unzureichend  verfügbaren  Bindungspersonen  zählen  Bindungspersonen  mit  einer  psychischen Erkrankung, jedoch auch  kindliche Erfahrungen von (körperlicher, sexueller oder psychischer) Gewalt und Missbrauch seitens der Bindungsperson. Im inneren Arbeitsmodell des Kindes speichert sich in solchen Fällen ein bedrohliches und pathogenen Bild des Selbst und der Umwelt ab, es kommt zu destruktivem  oder  sexualisiertem  Verhalten,  jedoch  auch  zu  wahllosen  und  enthemmten Bindungsangeboten  („Kleben“)  an  Erwachsenen  und  anderen,  für  eine  gesunde  Entwicklung  des Selbst schädlichen Verhaltensmustern (z.B. Parentifizierung).
Diese Verhaltensweisen auszuhalten und richtig zu verstehen stellt oft für professionelle Helfer eine große Herausforderung dar. Kindern mit Bindungsstörungen fällt es häufig deutlich schwerer, sich an Regeln  und  Begrenzungen  zu  halten  oder  Frustration  zu  ertragen.  Sie  geben  sich  schnell  auf  oder verfallen  in  ein  destruktives  Verhalten  („Ausrasten“).  In  solchen Momenten scheinen  diese Kinder nur schwer zugänglich für Interventionen oder Beziehungsangebote zu sein, was bei professionellen Fachkräften häufig ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit entstehen lässt. In  diesem  Seminar  sollen  neben  den  Grundlagen  der  Bindungstheorie  die  unterschiedlichen Kategorien von Bindungsstörungen nach ICD-10 sowie deren Entstehung vermittelt werden und ein Fokus  gelegt  werden  darauf,  welche  Verhaltensweisen  vor  dem  Hintergrund  dieser Bindungsstörungen besser verstanden und beantwortet werden können.
Inhalt:

  •       Grundlagen des Bindungsmodells nach John Bowl
  •       Bindungsmuster und ihre Implikationen
  •       Reaktive und enthemmte Bindungsstörung  nach ICD 10
  •       Typische Verhaltensweisen bindungsgestörter Kinder
  •       Kurz und Langzeitfolgen
  •       Interventionsmöglichkeiten


 
In einem Wechselspiel aus explorativem Verhalten des Kindes, indem es seine Umwelt entdeckt auf der einen Seite und einem Rückzug zu seiner Bindungsperson bei auftretenden Schwierigkeiten in der Hoffnung, Linderung und Anleitung zu erfahren auf der anderen Seite, entsteht im Kind ein inneres Arbeitsmodell. In diesem enthalten sind unter anderem Vorstellungen vom Selbst und von anderen sowie Fähigkeiten, mit sozialen und emotionalen Herausforderungen umzugehen. Ist die Bindungsperson aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage, diesem Wechselspiel feinfühlig und kindgerecht zu begegnen, können sich pathogene Arbeitsmodelle (Bindungsstörungen) entwickeln.

Seminarleitung:

M.A. Päd. Maria Schreiber