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Wenn Krieg und Flucht die Familienbeziehungen verändern: Entfremdungsprozesse durch Trauma in Familien und psychosoziale Hilfen

Freie Plätze

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Alle Informationen im Überblick

Zielgruppe: Berater_innen oder  Mitarbeiter_innen pädagogischer Einrichtungen, die verschiedene traumaspezifische Interaktionsmuster in Familien besser verstehen möchten und Kinder und Eltern in der Entwicklung von Familienressourcen zur Verarbeitung von Traumafolgen unterstützen möchten.

Beginn & Uhrzeit:
20.09.2017 von 10:00-18:00 Uhr

Ort:
Institut für Traumabearbeitung und Weiterbildung, Kennedyallee 78, 60596 Frankfurt

Teilnahmegebühr:
€ 150

Beratung & Kontakt:
069-46990053

Fax:
069-46990052

Die großen Fluchtbewegungen der letzten Jahre haben zahllose Familien aus Kriegs- und Verfolgungssituationen heraus nach Deutschland geführt, wo sie Sicherheit suchen nach allen verstörenden und oftmals auch traumatisierenden Erfahrungen. Manche Familien mussten sich vor der Flucht oder auch während der Flucht voneinander trennen. Sie haben Verluste von Angehörigen erlebt und sind voller Trauer. Manchmal haben alle Familienmitglieder die gleichen Bedrohungssituationen durchlebt, manchmal auch sehr unterschiedliche. Aber oft erleben sich alle  in der Familie  nach diesen Erfahrungen nachhaltig verändert und haben in der Folge ganz unterschiedliche Schutz- und Bewältigungsmöglichkeiten entwickelt, die nicht immer verständlich erscheinen und innerfamiliär zu  Entfremdungsprozessen führen können.

In Familien, in denen vor allem Eltern unter den Folgen von psychischem Trauma leiden, können Kinder und Jugendliche in einer Art Rollenumkehr sich in ihrer weiteren Entwicklung vor allem an dem Wohlergehen der Eltern orientieren und fast mehr die Fürsorge für sie übernehmen als dies umgekehrt den Eltern möglich ist.

Wenn Kinder stärker unter  Traumafolgen leiden, kann es sein, dass Eltern sich sehr hilflos fühlen, damit umzugehen, auch weil sie selbst sehr belastet sind und ihre Einfühlung in die Situation des Kindes deswegen begrenzt ist. 

Oft lähmt die Angst, dass erneut etwas ‚Schlimmes‘ passieren könnte Eltern und Kinder gleichermaßen ohne dass es möglich ist, sich einander mitzuteilen. Dies führt langfristig zu erstarrten oder durch das Trauma ‚fragmentierten‘ Familienbeziehungen. Verglichen werden solche Beziehungen  manchmal mit einem Zustand des „Eingefroren-Seins“, weil das Leben danach so organisiert wird, als befände man sich immer noch in der traumatischen Situation. 

Das Seminar richtet sich an Berater_innen oder  Mitarbeiter_innen pädagogischer Einrichtungen, die verschiedene traumaspezifische Interaktionsmuster in Familien besser verstehen und Kinder und Eltern  in der Entwicklung von Familienressourcen zur Verarbeitung von Traumafolgen unterstützen möchten.  

Seminarleitung:

Dipl. Päd. Marie Rössel-Čunović